6.664€ Lehrgeld!
Mein größtes Learning.
Was mit einem sehr angenehmen, zwischenmenschlichen Start und zügiger Arbeit begann, endete leider in monatelangem Vertrösten und nicht erbrachten Leistungen. Das Honorar wurde im Vertrauen vorab gezahlt – rückblickend ein Fehler.
Ich hatte einen B2C- und B2B-Shop in Auftrag gegeben. Da ich für meine Marke bereit bin, viel zu investieren, habe ich mich auf die Expertise von Linda verlassen. Über Monate hinweg bat ich wiederholt per WhatsApp darum, den Shop fertigzustellen. Als Reaktion erhielt ich mehrfach Entschuldigungen mit Verweis auf familiäre Umstände. Ich selbst bin Mutter von zwei Kindern und hatte Verständnis dafür – dennoch änderte auch mehrmaliges Nachfragen nichts am Stand des B2B-Shops.
Ein vereinbarter Call wurde kurzfristig abgesagt, ein neuer Termin kam nur auf mein weiteres Bitten zustande. An dieser Stelle hätte ich mir Offenheit gewünscht. Wäre mir klar kommuniziert worden, dass das Projekt aktuell nicht weitergeführt werden kann oder eine Weitergabe an einen externen Webdesigner nötig ist, hätte ich das respektiert. Doch über Monate hinweg vertröstet zu werden, war für mich als Auftraggeberin belastend.
Neben der emotionalen Enttäuschung entstand eine finanzielle Doppelbelastung: Ich musste meine Kündigung beim vorherigen Shop-Anbieter zurücknehmen, um überhaupt eine funktionierende Verkaufsplattform für meine Kunden anbieten zu können. Auch meine Akquise konnte mehrere Monate nicht laufen – für mich war das eine große Wachstumsbremse.
Da ich die technische Qualität nicht selbst beurteilen konnte, habe ich eine UX-Researcherin und einen Webentwickler hinzugezogen. Beide kamen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass der bestehende Shop nicht einsatzfähig war. Es wurden u. a. Fehler im Warenkorb und fehlende Pflichtangaben im Kontaktformular festgestellt – und das war nur ein Teil der Mängelliste.
Am 28. März erklärte ich die Beendigung der Zusammenarbeit. Danach folgten eine Rechnungskorrektur, später ein Widerspruch gegen meinen Rücktritt und schließlich juristische Formulierungen, warum dieser aus ihrer Sicht nicht zulässig sei. Die Designerin bestand auf einem Nachbesserungsrecht – für mich war das zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr tragbar. Sie arbeitete dennoch weiter am Shop, obwohl ich das Projekt offiziell beendet hatte.
In der anschließenden Korrespondenz wurde mir mitgeteilt, dass meine WhatsApp-Nachrichten keine rechtliche Relevanz hätten und dass ich öffentliche Stories, in denen ich Kund:innen über den Rückumzug zum alten Shop informierte, bitte unterlassen solle.
Daraufhin schaltete ich einen Anwalt ein, der die Umsetzung des Shops ebenfalls als nicht professionell einstufte.
Mein größter Fehler: Ich habe vor Beginn der Zusammenarbeit keinen schriftlichen Vertrag mit klar definiertem Leistungsumfang vereinbart.
Deshalb ziehe ich jetzt den Schlussstrich unter diesen monatelang belastenden Prozess. Ich lasse den Shop komplett neu aufbauen. Die gezahlte Summe bleibt ohne fertige Gegenleistung bestehen – das nehme ich jetzt als Erfahrung mit. Ich bin durch damit!

Respuesta de Linda






